Bedeutung regelmäßiger Wartung

Dachfenster sind exponiert gegenüber Witterungseinflüssen: Regen, UV-Strahlung, Frost und mechanischer Beanspruchung durch Schnee und Wind wirken dauerhaft auf alle Bauteile ein. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer erheblich und verhindert teure Folgeschäden. Besonders kritisch sind Dichtungen und Abdichtungsanschlüsse, die im Laufe der Zeit spröde werden können.

Empfohlene Prüfintervalle

Eine Sichtprüfung des Dachfensters von innen und außen sollte mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. Bei der Außenprüfung sind folgende Punkte zu kontrollieren:

  • Zustand der Abdichtungskehl und des Eindeckrahmens auf Risse, Ablösungen oder Wasseransammlungen
  • Rahmen auf Verfärbungen, Risse oder Ausblühungen
  • Glasscheiben auf Beschädigungen, Eintrübungen oder Kondensat zwischen den Scheiben (Hinweis auf Scheibenversiegelungsdefekt)
  • Dacheindeckung im unmittelbaren Umfeld auf verschobene oder gebrochene Stücke

Eine gründliche Wartung inklusive Schmierung der Beschläge und Prüfung der Dichtungen sollte alle zwei bis drei Jahre stattfinden.

Reinigung der Glasscheiben

Glasscheiben von Dachfenstern verschmutzen rascher als Fassadenfenster, da Staub und Blütenpollen direkt auf die geneigte Fläche fallen. Für die Reinigung eignen sich handelsübliche Glasreiniger ohne scheuernde Zusätze. Mikrofasertücher hinterlassen weniger Schlieren als herkömmliche Textilien.

Außenbeschichtungen (z. B. Selbstreinigungsschichten auf Titandioxidbasis) dürfen nicht mit scharfen Reinigungsmitteln oder abrasiven Produkten behandelt werden. Hersteller geben in der Regel an, welche Reinigungsmittel für die jeweilige Beschichtung geeignet sind.

Pflege der Gummidichtungen

Die Gummidichtungen zwischen Rahmen und Flügel schützen vor Luftzug, Regenwasser und Wärmeverlust. Sie können im Laufe der Zeit austrocknen und rissig werden. Speziell für Gummidichtungen geeignete Pflegemittel (z. B. auf Silikonbasis) halten die Dichtungen geschmeidig und verlängern ihre Lebensdauer. Defekte Dichtungen sollten zeitnah ausgetauscht werden; Ersatzdichtungen sind für die meisten gängigen Fenstertypen als Ersatzteile erhältlich.

Schmierung der Beschläge

Scharniere, Drehzapfen und Verriegelungsmechanismen sollten einmal jährlich mit einem geeigneten Schmierstoff behandelt werden. Ungeeignet sind öl- oder fetthaltige Substanzen, die Staub anziehen und zu Ablagerungen führen. Empfehlenswert sind trockene Schmierstoffe auf PTFE-Basis oder leichtgängige Sprays, die keine Rückstände hinterlassen. Bei schwergängigen Beschlägen kann fehlendes Spiel durch nachlassende Dübel oder verzogene Rahmen verursacht werden; in diesen Fällen reicht Schmierung allein nicht aus.

Typische Schadensbilder nach mehrjährigem Betrieb

Kondensatbildung zwischen den Scheiben

Wenn zwischen den Glasscheiben einer Isolierverglasung Kondensat sichtbar wird, ist die Randversiegelung der Scheibe defekt. Dies ist ein irreparabler Schaden; die Scheibe muss ausgetauscht werden. Die Fensterkonstruktion selbst ist dabei oft noch vollständig funktionsfähig.

Wassereindrung im Bereich der Kehl

Wasserspuren an der Innenlaibung unterhalb des Fensters deuten auf Mängel in der Abdichtung hin. Ursachen können versprödete Folienmanschetten, fehlerhaft aufgelegte Kehlen oder aufgefrorene Rinnen sein. Eine Sichtprüfung von außen ist notwendig, um die Ursache einzugrenzen.

Schwergängiger Flügel oder defekte Verriegelung

Ursachen können verzogener Rahmen durch Feuchtigkeitswechsel, Korrosion an Metallbeschlägen oder gelockerte Dübel sein. Leichte Gangprobleme lassen sich oft durch Schmierung und Nachjustierung beheben; bei stärkeren Verformungen ist ein Fachbetrieb hinzuzuziehen.

Weiterführende Quellen